Die Schützi PDF Drucken E-Mail

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früher

Bereits im Jahr 1839 wurde in der Schützenmatt Theater gespielt. Auf dem Platz unmittelbar vor der alten Turnhalle stand damals ein gleichzeitig als Schützenhaus und Theater dienendes Gebäude. Darin wurden bis kurz vor dem ersten Weltkrieg dramatische Werke jeglicher Art aufgeführt. Das heutige Haus stammt aus dem Jahr 1894. Über 100 Jahre benutzten die Oltner Schulen und Vereine das Gebäude als Turnhalle.


heute

Unter dem Namen Kulturzentrum Alte Turnhalle Schützenmatt - abgekürzt Schützi wurde Ende Juni 1997 das neue Kultur- und Begegnungszentrum der Region Olten eröffnet.

Die Schützi ist 28 Meter lang, 14 Meter breit und 8 Meter hoch. Künstlergarderobe, Bar, Sekretariat, Geräte- und Lagerraum sowie Sanitäranlagen ergänzen den Veranstaltungsraum. Die alte Turnhalle wurde 1997, 2001 und 2009 in drei Etappen umgebaut.

Die Schützi eignet sich vom Raum und von der Lage her ideal für Veranstaltungen in den Bereichen Musik, Theater, Kabarett, Jazz, Klassik, Tanz, Ballett, Kulturwochen, Vorträge/Referate/Podiumsgespräche, Ausstellungen, Versammlungen oder Vereinsanlässe. Sie schliesst als mittelgrosser Kulturraum mit rund 250 Sitz- und 600 Stehplätzen eine Lücke im Raumangebot der Stadt Olten.

Im Kulturzentrum Schützi bleibt die Turnhallen-Atmosphäre bewusst erhalten. Allerdings sorgen modernste Bühnentechnik mit Beleuchtung und Tonanlage, schwarze Bühnentextilien und Verdunkelung, sowie die Bühnenpodeste und die flexible Bestuhlung für deutliche Kulturakzente. Die Licht- und Tonanlagen wurden sorgfältig auf die Nutzung des Kulturraumes ausgerichtet und sind bei Bedarf problemlos erweiterbar.

Der Gestaltung des Programmes wird eine grosse Bedeutung geschenkt. Es gilt, dem Raum keinen Stempel aufzudrücken, sondern die Vielfalt des kulturellen Angebotes zu nutzen und abzudecken.
Die Betriebskommission verfolgt das Ziel, durch geschickte Programmation ein möglichst breites, gut durchmischtes Publikum aller Alterstufen anzusprechen. Damit soll die Schützi eine echte Lücke im Oltner Kulturangebot schliessen und keine zusätzliche Konkurrenz zu den bestehenden Institutionen schaffen. Angesprochen wird die ganze Region Olten von Aarau, Zofingen bis Solothurn. Mittelfristig soll die Schützi mithelfen, Olten als wichtiges Kulturzentrum in der Nordwestschweiz zu etablieren.

 

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Oltner Tagblatt vom Freitag, 2. Oktober 2009

Ganz die Alte – und doch nicht

Das umgebaute Kulturzentrum Schützi öffnete gestern Abend seine Tore

Aussen ganz die Alte, aber innen: Da eröffnen sich neue Perspektiven, Spielräume und Arbeitsbedingungen. Die Schützi ist seit gestern Abend ein voll ausgestatettes Kulturzentrum. Die ersten Besucher goutiertens mit Anerkennung. Heute und morgen gibts den «Härtetest» mit zwei Konzertnächten.

FABIAN SANER

Nachtschichten gehören zum Alltagsprogramm von Kulturveranstaltern – meistens gehts umunappetitliches Wegräumen. Das Schützi-Kollektiv allerdings hatte in den letzten Tagen eine gleichermassen anstrengende wie dankbare Aufgabe: Pünktlich zur Wiedereröffnung des Oltner Kulturzentrums den Staub der Umbauarbeiten wegwischen und dann Einrichten, Dimmen, Testen, Häppchen bereiten, und – den Vorhang ziehen. Der Schlafentzug der Grossfamilie rund um Geschäftsführer Oliver Krieg hat sich in Form einhellig begeisterten Tenors ausbezahlt: Am grossen Hallo gestern Abend zwitscherten Besucher wie Schützi-Veranstalter, Stadtpräsident wie
Architekt im Ton wohlwollender Anerkennung. Olten hat was zustande gebracht.

Am Rohbau der Alten Turnhalle hat sich nichts getan – umso mehr aber schon beim Eintrittsbereich, einer pinkigen Versuchung, die direkt zum neuen Foyer (ver-)führt. Eine Kehrung nach rechts und die architektonischen Leitplanken des Umbaus treten unmittelbar vor Augen: Modern und grosszügig an der hinteren Front die neue Bar, und gleich darüber der zweite Boden, die Galerie (die Idee dazu kam von Bro-Konzertmacher Ché Dietiker). Die Pissoirs sind ebenso verschwunden (Architekt Thomas Germann: «Manch einer wird sie vermissen») wie das enge Büro des Geschäftsführers, das – in die linke Seitenfassade eingebaut – nun hinter dunkler
Verschalung hoch über der Halle thront. Ebenfalls neu, aber noch unsichtbar: Der Holztanzboden, der die Schützi zu einer feinen Adresse für den zeitgenössischen Tanz macht.

Geheilt vom «Kofmehl-Syndrom»?

Der dritte Umbau des Oltner «Kultur-Leuchtturms» (Stadtpräsident Ernst Zingg) hat rund eine 1,1 Mio. Franken gekostet, wobei Stadt und Kanton sowie drei Stiftungen den Hauptharst tragen. Darin inbegriffen sind auch etliche kleine und grosse Verbesserungen des technischen Grundangebots: Mit den neuen «Lämpli» (Oliver Krieg) lassen sich veritable Konzert-Shows nun auch ohne tagelange Einrichtungs- und Umbaumühsal choreografieren – dazu trägt die motorisierte mobile Aufhängevorrichtung oberhalb der Bühne ebenfalls bei. Ein neues Hochregallager sowie modernisierte Künstler-Garderoben bringen mehr Platz und schaffen ein Ambiente,
das nicht nur zum Vergnügen in der Schützi sind, sondern nun auch zeitgemässe Arbeitsbedingungen vorfinden.

Das «Haus auf dem Schützenmettli» ist nun unwiderruflich ein Kulturzentrum – mit Ringen fürs Auge und Wandplatten für die Akustik, die noch aus Turnhallenzeiten stammen. Olten habe damit keinen Grund mehr, neidisch gen Westen aufs Solothurner Kofmehl zu blicken» – «wir haben hier etwas Besseres», so Ernst Zinggs Bilanz. Zwar seien nicht alle (Lärm-)Klagen über den Schützi-Betrieb gänzlich
verstummt, «aber die Stadt steht voll und ganz hinter der Schützi». 1,5 Mio. Franken habe man seit der Lancierung der Idee durch Schützi-Gründervater Hugo Saner insgesamt ins Gebäude investiert, und damit eine innenstädtische Problemzone aus den 90ern nicht nur eliminiert, sondern in ihr Gegenteil verwandelt.

Der Abend bewies es gleich mit einer zweiten Premiere: Die Band der Late-Night-Show Nachtfieber startete mit prominenten Gästen am Mikrofon durch. Heute Abend macht Ché Dietikers Konzertprojekt Funk Food mit 70er-Perlen weiter. Morgen Samstag ist dann die Jugend mit Dancehall,Reggae und Hip-Hop an der Reihe. Ein Start nach Mass.

 

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GANZ DIE ALTE – UND DOCH NICHT Foto: HR. Aeschbacher
Die Schützi gestern Abend im neuen Innen-Look. 

 

 

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HERR DER LICHTER Foto: HR. Aeschbacher
Ein sichtlich begeisterter Oliver Krieg (Geschäftsführer)
liess die neuen «Lämpli» zur veritablen Licht-Show antreten.
 
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